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  • AutorenbildKarsten Krone

Der nachhaltige Weihnachtsbaum: Gewissensfrage oder eine ökologische Alternative?

Aktualisiert: 1. Nov. 2023




Weihnachten, das Fest der Liebe und der Freude, hat auch seine Schattenseiten. Rund 30 Millionen Tannen werden jedes Jahr in Deutschland verkauft, um Anfang des neuen Jahres wieder entsorgt zu werden. Doch nicht nur das, die festliche Tanne, die in vielen Wohnzimmern erstrahlt, ist oft mit einer Reihe von Umweltproblemen behaftet. Doch bevor du dich von der Vorstellung eines glänzenden Christbaums verabschiedest, es gibt Hoffnung in Form nachhaltiger Alternativen. Mit diesem Beitrag geben wir einen Überblick zu alternativen Weihnachtsbäumen und betrachten deren Vor- und Nachteile.


Unser Wald geht am Stock

Unsere Wälder sind ein wertvolles Gut. Sie sind nicht nur ein Zuhause für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie eine riesige „grüne Lunge“, sondern auch ein Erholungsort für viele Menschen. Aktuelle Studien warnen jedoch: laut Waldzustandsbericht 2022 sind nur noch 20 Prozent aller Bäume gesund, die restlichen haben mehr oder weniger stark gelichtete Kronen. Der deutsche Wald ist also in einem bedenklichen Zustand, wobei Trockenheit, Schädlingsbefall und Übernutzung die Hauptursachen sind. Inmitten dieser Waldkrise könnte der nachhaltige Weihnachtsbaum eine interessante Alternative zum konventionellen Christbaum sein.


Weihnachtsbaum als Giftschleuder?

Traditionelle Weihnachtsbäume werden in der Aufzucht oft mit gesundheitsschädigenden Pflanzenschutzmitteln behandelt, um einen bestmöglichen Ertrag zu erzielen. Der BUND fand 2020 heraus, dass etwa zwei Drittel aller Weihnachtsbäume mit Pestiziden belastet sind. Einige dieser Chemikalien, wie Glyphosat und lambda-Cyhalothrin, sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für die menschliche Gesundheit. Und diese Gifte will man nicht in der eigenen Wohnung haben. Dort können sie nämlich ausdampfen und in die Raumluft gelangen.


Viele Alternativen auf dem Markt

Es gibt jedoch ökologische Alternativen. Öko-Weihnachtsbäume, die nach den Richtlinien von Bio-Verbänden wie "Naturland", "Bioland" und dem FSC-Zertifikat für naturnahe Forstwirtschaft angebaut werden, sind eine nachhaltige Wahl. Diese Bäume werden ohne den Einsatz von schädlichen Chemikalien angebaut und belasten die Umwelt nicht.


Ein weiterer Trend sind Weihnachtsbäume im Topf. Diese Bäume können nach den Feiertagen in den Garten verpflanzt werden und dienen im nächsten Jahr erneut als festlicher Schmuck. In manchen Regionen gibt es sogar einen Weihnachtsbaumverleih, bei dem man einen Baum mieten und nach den Feiertagen zurückgeben kann.


Künstliche Weihnachtsbäume sind in Ländern wie den USA beliebt, haben aber auch ihre eigenen ökologischen Probleme. Der britische Carbon Trust stellte fest, dass die CO2-Bilanz eines künstlichen Baumes viermal so schlecht ist wie die eines echten Baumes.


CO2-Fußabdruck von echtem und künstlichem Weihnachtsbaum verglichen (Quelle Carbon Trust):


  • 2 Meter große Tanne, die auf einer Mülldeponie entsorgt wird: 16 kg CO2-Äquivalente (CO2e )

  • 2 Meter große Tanne, die verbrannt wird (z. B. eigener Kamin oder private Feuerstelle): 3,5 kg CO2e

  • 2 Meter große künstliche Tanne: 40 kg CO2e (Zwei Drittel der Emissionen entfallen auf die PVC-Produktion, nur ein Drittel auf die eigentliche Herstellung des Baums)


Weiter gibt es „abstraktere“ Weihnachtsbäume aus Holz oder Metall, die mehr oder weniger detailgetreu die Form eines Weihnachtsbaumes wiedergeben. Bei der Holzvariante wird zwar auch ein Baum gefällt, aber das im Holz gebundene CO2 bleibt auch gebunden.


Übersicht der Vor- und Nachteile verschiedener Weihnachtsbaum-Varianten:


Der konventionelle Weihnachtsbaum:

Vorteile: Diese Bäume sind fast überall zu haben, selbst in größeren Supermärkten. Sie sind also schnell besorgt und seit Jahren geliebt und geschätzt. Meist günstiger als die anderen Alternativen.


Nachteile: Sie wachsen meist auf großen Plantagen und werden dort mit Pestiziden und künstlichem Dünger behandelt. Deshalb sind die häufig schadstoffbelastet. Zudem müssen sie nach Weihnachten entsorgt werden, was wiederum Mühe macht und CO2 (Müll-Verbrennung) oder Methan (Verrottung auf Mülldeponie) freisetzt. Sie müssen jedes Jahr wieder neu gekauft werden.


Künstliche Bäume:

Vorteile: Sie sehen mittlerweile echter Weihnachtsbäumen sehr ähnlich, sind je nach Qualität sehr langlebig und können über Jahre hinweg verwendet werden. Damit besteht keine Notwendigkeit, jedes Jahr einen neuen Baum zu fällen.


Nachteile: Sie haben eine äußerst schlechte, kurzfristige Öko-Bilanz, da sie oft aus nicht abbaubaren Materialien hergestellt sind und können, wenn sie entsorgt werden, die Umwelt belasten. Wird der Baum allerdings über acht Jahre immer wieder genutzt, kann er sogar mit dem lebenden Baum gleichziehen.


… und hier die nachhaltigen/-eren Varianten


Der Öko-Baum:

Vorteile: Auch ökologisch angebaute Bäume werden immer verbreiteter angeboten. Beim Anbau wird auf künstliche Dünger und Pestizide verzichtet. Damit sind sie die umweltfreundlichere Alternative bei der lebenden Tanne.


Nachteile: Sie sind meist teurer als der konventionelle Baum. Auch sie müssen nach Weihnachten wieder entsorgt werden. Zudem wird das über die Lebensdauer des Baumes gebundene CO2 wieder freisetzt. Auch sie müssen jedes Jahr wieder neu gekauft werden.


Lebende Bäume im Topf:

Vorteile: Diese Bäume können nach den Feiertagen im Garten eingepflanzt und im nächsten Jahr wieder verwendet werden.


Nachteile: Sie sind meist deutlich teurer als gefällte Bäume, benötigen Pflege und die richtigen Bedingungen, um zu überleben. Außerdem wachsen viele Bäume im Freien nicht mehr an, da Wurzeln beim „Eintopfen“ beschädigt wurden. Dann müssen auch diese Bäume entsorgt werden.


Abstrakte Holzbäume (wie Baumkrone):

Vorteile: Sie sind meist ästhetisch ansprechend, sehr langlebig und können jedes Jahr wiederverwendet werden. Sie bieten auch die Möglichkeit, individuell dekoriert zu werden. Es fällt kein Geld- und Zeitaufwand in den Folgejahren an, um einen Weihnachtsbaum zu besorgen.


Nachteile: Sie bieten nicht das traditionelle "grüne" Gefühl eines echten Baumes und sind meist teurer als der lebende Baum.




DIY-Bäume aus recycelten Materialien:

Vorteile: Sie sind eine kreative und umweltfreundliche Option und können aus alten Büchern, Paletten oder anderen recycelten Materialien hergestellt werden.


Nachteile: Sie erfordern meist viel Zeit und Geschicklichkeit zum Basteln.


Kein Baum:

Vorteile: Keinen Baum zu haben ist natürlich die umweltfreundlichste Option. Stattdessen kannst du dein Zuhause mit anderen festlichen Dekorationen schmücken.


Nachteile: Für viele fehlt ohne einen Baum das traditionelle Weihnachtsgefühl.


Der richtige Baum: die Qual der Wahl

Die Wahl des Weihnachtsbaumes ist und bleibt auch in Zukunft wohl eher eine Bauchentscheidung, ein politisches Statement, ja sogar eine Gewissensfrage, denn auch von Experten gibt es keine generelle Aussage, welche Variante aus ökologischer Sicht die beste ist.


So sind verschiedene Einflussfaktoren (Art des Baumes, Transporte, Nutzungsdauer) bei Vergleichen ausschlaggebend. Letztendlich, auch für das eigene Gewissen, bietet der nachhaltige Weihnachtsbaum, sei es ein Öko-Baum oder ein Baum im Topf ein gemieteter Baum eine Möglichkeit, die Feiertage zu genießen, ohne die Umwelt allzu groß zu belasten.


Wer noch einen Schritt weiter gehen will, dem bleibt die Möglichkeit, selbst einen Baum zu bauen oder sich einen Holzbaum wie unseren nachhaltigen Baum von Baumkrone bauen zu lassen. Hier erhält man das Holz und speichert den Kohlenstoff so nachhaltig. Win-Win also für Baumschützerinnen und Baumschützer, die nicht auf Echtholz verzichten wollen.


Wer sich ein paar von unseren nachhaltigen Weihnachtsbäumen anschauen möchte, der findet verschiedene Varianten und Größen hier im Shop.

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